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Deeman 4783067c6e editorial: propagate C2 improvements to padel-halle-kosten-de
- Tightened opening sentence (native German equivalent)
- Added Munich/Leipzig rent gap qualifier (vergleichbare Marktsegmente)
- Added bridging transition before Hallenmiete section
- Improved court hire rates opener (Ertragspotenzial folgt Standortlogik)
- Extended OPEX rent note: adjust for Munich/Berlin
- Sharpened lease signal sentence (planbarer Cashflow im Kreditbescheid)
- Expanded lender section intro with insider framing
- Tightened Fazit opening (Richtig aufgesetzt...)
- Updated CTA (Die Zahlen in diesem Artikel sind Ihr Ausgangspunkt)

Co-Authored-By: Claude Sonnet 4.6 <noreply@anthropic.com>
2026-02-28 21:22:55 +01:00

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Padel Halle Kosten 2026: Die komplette CAPEX-Aufstellung padel-halle-kosten de /padel-halle-kosten Was kostet eine Padel Halle wirklich? CAPEX €930k1,9M, Mietpreise nach Stadt, Betriebskosten und ROI-Berechnung mit echten Marktdaten für Deutschland 2026. C2

Padel Halle Kosten 2026: Die komplette CAPEX-Aufstellung

Wer eine Padelhalle plant, bekommt auf die Kostenfrage zunächst eine frustrierende Antwort: „Das kommt drauf an." Und ja — die Spanne ist tatsächlich enorm. Je nach Standort, Konzept und Bausubstanz liegen die Gesamtinvestitionskosten für eine sechsstellige Anlage zwischen €930.000 und €1,9 Millionen. Diese Streuung ist kein Zufall, sondern Ausdruck ganz konkreter Entscheidungen, die Sie als Investor treffen werden.

Dieser Artikel schlüsselt die vollständige Investition auf — von der Bausubstanz über Platztechnik und Ausstattung bis hin zu Betriebskosten, Standortmieten und einer belastbaren 3-Jahres-Ergebnisprognose. Alle Zahlen basieren auf realen deutschen Marktdaten aus 2025/2026. Das Ziel: Sie sollen nach der Lektüre in der Lage sein, eine erste realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung für Ihre konkrete Situation aufzustellen — und wissen, welche Fragen Sie Ihrer Bank stellen müssen.


Die Wahrheit über die Kostenbandbreite

Warum liegen €930.000 und €1,9 Millionen so weit auseinander? Der größte Einzeltreiber ist der bauliche Aufwand. Wer eine bestehende Gewerbehalle — etwa einen ehemaligen Produktions- oder Logistikbau — kostengünstig anmieten und mit minimalem Umbau bespielen kann, landet am unteren Ende der Spanne. Wer dagegen auf grüner Wiese baut oder ein Gebäude von Grund auf saniert, zahlt entsprechend mehr.

Dazu kommt der Standortfaktor. In München oder Berlin kostet dasselbe Objekt in vergleichbaren Marktsegmenten 4060 % mehr als in Leipzig oder Kassel — an den Extremen fällt der Abstand erheblich größer aus. Das schlägt sich nicht nur in der laufenden OPEX nieder, sondern auch in der Kaution und dem nötigen Working-Capital-Puffer — beides Teil der initialen CAPEX.

Realistischer Planungsansatz für eine 6-Court-Innenhalle mit solider Ausstattung: €1,21,5 Millionen Gesamtinvestition. Wer mit deutlich weniger kalkuliert, unterschätzt in der Regel einen der drei teuersten Posten: Bau/Umbau, Lüftungstechnik oder den Kapitalpuffer für den Anlauf.


Komplette Investitionskostenübersicht (6 Courts, Deutschland 2026)

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Bandbreiten für eine sechsstellige Innenanlage. Darunter finden Sie für jeden Posten eine kurze Einordnung, wo die Varianz entsteht.

Kostenposition Bandbreite
Mietkaution oder Grundstück €50.000€200.000
Bau / Umbau €400.000€800.000
6 Padelcourts (montiert) €180.000€300.000
Beleuchtung (LED, 500 Lux/Court) €30.000€60.000
Lüftung / Klimatisierung (HVAC) €50.000€120.000
Umkleiden, Empfang, Lounge €80.000€150.000
IT, Buchungssystem, Zugangskontrolle €15.000€30.000
Mobiliar, Equipment, Pro-Shop-Ware €20.000€40.000
Architekt, Genehmigungen, Rechts- und Beratungskosten €40.000€80.000
Marketing vor der Eröffnung €15.000€30.000
Betriebsmittelreserve €50.000€100.000
Gesamt €930.000€1.910.000

Bau und Umbau (€400k€800k) ist mit Abstand der volatilste Posten. Ob Sie in eine Bestandshalle einziehen, die bereits die nötige Deckenhöhe (mindestens 89 m lichte Höhe) mitbringt, oder ob Statik, Dachkonstruktion und Entwässerung angepasst werden müssen — das entscheidet oft über €200.000 in die eine oder andere Richtung. Lassen Sie diesen Posten durch einen lokalen Bauunternehmer mit Hallenerfahrung früh einschätzen.

Die Courts selbst (€30.000€50.000 pro Court) variieren vor allem nach Hersteller und Glasqualität. Panorama-Courts mit vollverglaster Rückwand kosten mehr als Standard-Courts mit Kombikonstruktion. Auf die Gesamtanlage bezogen ist der Unterschied jedoch kleiner als er scheint: Six Courts für €180k oder €300k — das ist bei einem Gesamtprojekt von €1,2M eine Differenz von rund 10 %.

HVAC (€50k€120k) wird systematisch unterschätzt. In einer geschlossenen Halle mit sechs aktiven Courts und 60+ gleichzeitigen Spielern entsteht erhebliche thermische Last und Feuchtigkeit. Wer hier spart, riskiert Beschwerden, Bauschäden und hohe Folgekosten. Kalkulieren Sie eher an der oberen Grenze — zumal eine gut ausgelegte Anlage auch den Energieverbrauch dauerhaft senkt.

Betriebsmittelreserve (€50k€100k) ist kein "nice to have". In den ersten sechs bis zwölf Monaten liegen die Einnahmen unter dem Regelbetrieb, während Personal und Miete bereits voll anfallen. Wer diese Rücklage nicht einplant, gerät schnell unter Liquiditätsdruck, bevor das Geschäft überhaupt Fahrt aufnimmt.


Hallenmiete in Deutschland: Was Sie nach Standort zahlen

Bau und Courts binden den größten Teil des Startkapitals. Was über die langfristige Wirtschaftlichkeit entscheidet, zahlen Sie monatlich: die Miete.

Eine 6-Court-Halle benötigt je nach Konzept (Nebenräume, Lounge, Pro Shop) eine Fläche von 1.500 bis 2.500 qm. Auf Basis aktueller Gewerberaummieten für Industrie- und Hallenflächen in deutschen Städten ergibt sich folgende Einschätzung:

Stadt Miete €/qm/Monat Typische Monatsmiete (2.000 qm)
München €1014 €20.000€28.000
Berlin €812 €16.000€24.000
Frankfurt €811 €16.000€22.000
Hamburg €710 €14.000€20.000
Düsseldorf €811 €16.000€22.000
Köln €69 €12.000€18.000
Stuttgart €710 €14.000€20.000
Leipzig €47 €8.000€14.000

In Hochpreislagen Berlins (Mitte, Prenzlauer Berg) oder Münchens (Schwabing, Maxvorstadt) liegen die Preise auch für Gewerbehallen teils noch darüber. Die in der OPEX-Tabelle verwendete Jahresmiete von €120.000 entspricht einer Monatsmiete von €10.000 — das ist ein realistischer Wert für eine mittelgroße deutsche Stadt mit einem Standort leicht außerhalb der Innenstadt. Für München oder Berlin kalkulieren Sie mit den Werten aus der Stadtübersicht oben — und passen Sie die Erlösannahme entsprechend an.

Ein Hinweis zur Mietstruktur: Viele Vermieter verlangen bei Hallenflächen eine Laufzeit von mindestens 510 Jahren, oft mit Verlängerungsoptionen. Das bindet Sie, schafft aber auch Planungssicherheit für die Finanzierung. Ein langfristiger Mietvertrag mit indexierter Staffelung ist für die Bank ein echtes Positivsignal — er macht aus unsicheren künftigen Einnahmen etwas, das im Kreditbescheid wie planbarer Cashflow aussieht.


Platzbuchungspreise: Was der Markt trägt

Das Ertragspotenzial folgt der Standortlogik ähnlich eng wie die Mietkosten. Hier die aktuellen Marktpreise nach Stadt, basierend auf Plattformdaten und direkten Hallenerhebungen:

Stadt Nebenzeiten (€/Std.) Hauptzeiten (€/Std.) Datenbasis
Berlin €33 €46 Hoch
München €30 €42 Schätzung
Düsseldorf €30 €42 Schätzung
Hamburg €26 €36 Mittel
Stuttgart €26 €38 Mittel
Frankfurt €24 €28 Hoch
Köln €22 €27 Hoch
Leipzig €18 €26 Schätzung

Der Playtomic Global Padel Report 2025 liefert dazu eine interessante Benchmark: Der deutsche Durchschnitt-GMV je Court stieg im Jahresvergleich um 48 % auf €4.000/Monat — bei einer Auslastung von rund 30 % entspricht das einem Blended-Stundensatz von etwa €30. Das deckt sich gut mit den obigen Stadtdaten für B-Lagen und kleinere Märkte.

Für die Ertragsmodellierung in diesem Artikel rechnen wir mit einem blended Durchschnittspreis von €45/Stunde — das ist ein Mischpreis aus Neben- und Hauptzeiten und entspricht einem gut positionierten Angebot in einer Stadt der oberen Hälfte dieser Liste.


Betriebskosten (OPEX)

Laufende Kosten werden beim Business-Plan häufig zu optimistisch angesetzt. Die folgende Übersicht zeigt realistische Werte für eine 6-Court-Halle im deutschen Markt:

Kostenposition Jahr 1 Jahr 2 Jahr 3
Miete / Pacht €120.000 €123.000 €127.000
Personal (58 VZÄ) €200.000 €220.000 €235.000
Energie (Beleuchtung, HVAC) €45.000 €50.000 €55.000
Wartung und Reparaturen €20.000 €25.000 €30.000
Marketing €40.000 €30.000 €25.000
Versicherungen €12.000 €12.000 €13.000
Buchungssystem / IT €8.000 €8.000 €9.000
Wareneinsatz (F&B, Shop) €25.000 €40.000 €48.000
Verwaltung, Buchhaltung, Recht €20.000 €22.000 €24.000
OPEX gesamt €490.000 €530.000 €566.000

Personal ist der größte Einzelposten und wird am häufigsten falsch angesetzt. Fünf Vollzeitäquivalente sind das Minimum für einen vernünftigen Betrieb — Empfang, Platzservice, Trainer, Verwaltung. Mit Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung und realistischen deutschen Lohnniveaus sind €200.000 im ersten Jahr eher knapp als großzügig kalkuliert.

Energie ist ein Posten, der je nach Lage und technischer Ausstattung stark schwanken kann. Ältere Gewerbegebäude mit schlechter Dämmung und ineffizienter Lüftung können deutlich über den hier angesetzten Werten liegen. Lassen Sie vor dem Mietvertrag einen Energieberater die Hülle bewerten.

Marketing ist im ersten Jahr bewusst höher angesetzt — Pre-Launch, Eröffnungskampagne, erste Ligakooperationen. Ab Jahr 2 trägt die Community zunehmend selbst, wenn das Produkt stimmt.


3-Jahres-Ergebnisvorschau

[scenario:padel-halle-6-courts:full]

Die folgende Projektion basiert auf einem blended Stundenpreis von €45 bei 6 Courts und einem Betrieb von täglich 14 Betriebsstunden (822 Uhr, 365 Tage).

Ertragsquelle Jahr 1 (45 % Ausl.) Jahr 2 (60 % Ausl.) Jahr 3 (70 % Ausl.)
Platzvermietung €665.000 €887.000 €1.035.000
Coaching & Akademie €60.000 €90.000 €120.000
Gastronomie / Bar €40.000 €65.000 €80.000
Pro Shop €15.000 €25.000 €30.000
Events & Corporate €20.000 €40.000 €60.000
Gesamtumsatz €800.000 €1.107.000 €1.325.000
OPEX gesamt €490.000 €530.000 €566.000
EBITDA €310.000 €577.000 €759.000

Zur Einordnung: Die Platzvermietung macht im ersten Jahr rund 83 % des Umsatzes aus. Mit wachsender Community gewinnen Coaching, Events und Gastronomie an Gewicht — was die Marge verbessert, weil diese Angebote oft höhere Deckungsbeiträge haben als reiner Platzbetrieb.

Die EBITDA-Margen von 39 % (J1) über 52 % (J2) bis 57 % (J3) liegen im oberen Bereich dessen, was im europäischen Padel-Sektor dokumentiert ist. Sie setzen voraus, dass Personal sauber dimensioniert und das Energiekonzept vernünftig ist — keine heroischen Annahmen, aber auch kein Spielraum für Schlampigkeit.


Wirtschaftlichkeit: Die entscheidenden Kennzahlen

Bevor Sie einen Business-Plan zur Bank tragen, sollten Sie diese fünf Kennzahlen selbst rechnen können — und die Sensitivitäten verstehen.

Amortisationsdauer: 35 Jahre Bei einem Gesamtprojekt von €1,4M (Midpoint) und einem Free Cashflow von €200k (J1) bis €650k+ (J3) ergibt sich je nach Finanzierungsstruktur eine Rückzahlungsdauer von 35 Jahren für das eingesetzte Eigenkapital. Das ist für eine Immobilien-Infrastruktur-Investition im Freizeitsektor sehr attraktiv.

Break-even-Auslastung: 3540 % Unterhalb von 35 % Auslastung deckt der Betrieb in der Regel nicht seine laufenden Kosten. Das klingt niedrig — ist es in der Praxis aber nicht zwingend. In der Anlaufphase (Monate 16) sind 2530 % realistisch; das setzt voraus, dass die Betriebsmittelreserve steht.

Zielumsatz je Court: €150.000+ p.a. bei Reife Jahr 3 in obiger Projektion: €1,035M Platzvermietung ÷ 6 Courts = €172.500/Court. Das entspricht einem gut etablierten Angebot — erreichbar, aber kein Selbstläufer.

Eigenkapitalrendite (Cash-on-Cash): 60 %+ ab Jahr 3 Bei einer Eigenkapitalbeteiligung von €500.000 und einem bereinigten Free Cashflow von €300.000+ in Jahr 3 ergibt sich eine Cash-on-Cash-Rendite von über 60 %. Das setzt eine saubere Finanzierungsstruktur mit Fremdkapital voraus — mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Schuldendienst: ~€102.000/Jahr Bei einem Darlehen von €800.000 (z. B. KfW oder Hausbank), 5 % Zinsen und 10 Jahren Laufzeit ergibt sich ein jährlicher Kapitaldienst von rund €102.000. Dieser ist in den EBITDA-Zahlen noch nicht abgezogen — er sollte im Jahr 1 bereits komfortabel gedeckt sein.


Was Banken wirklich wollen

Eine Padelhalle ist für die meisten Bankberater unbekanntes Terrain. Auslastungsquoten und Erlöse pro Court sind keine Größen, mit denen Kreditausschüsse täglich arbeiten — das ist Ihr Vorteil. Wer mit sauberen Zahlen und strukturierter Dokumentation ins Gespräch geht, fällt sofort positiv auf. Was den Kreditausschuss bewegt, ist nicht die Begeisterung für den Sport, sondern die Belastbarkeit der Unterlagen.

Debt Service Coverage Ratio (DSCR) 1,21,5x: Die Bank will sehen, dass Ihr operativer Cashflow den Schuldendienst mit einem Puffer von 2050 % abdeckt. Mit einem EBITDA von €310.000 im ersten Jahr und einem Schuldendienst von €102.000 liegt der DSCR bei 3,0 — auf dem Papier sehr solide. Aber: Banken werden nachfragen, wie empfindlich dieses Ergebnis auf niedrigere Auslastung reagiert.

Sensitivitätsanalyse: Zeigen Sie, was bei 35 % Auslastung (Break-even) und bei 25 % Auslastung passiert. Das signalisiert, dass Sie die Downside kennen und quantifiziert haben.

3-Jahres-Projektionen mit monatlicher Cashflow-Planung im ersten Jahr: Gerade die ersten 12 Monate wollen Banken auf Monatsbasis sehen — nicht weil sie den genauen Zahlen glauben, sondern weil es zeigt, dass Sie den Anlaufbetrieb durchdacht haben.

Objektgutachten und Mietvertrag: Ein unterschriebener Mietvertrag mit klaren Konditionen ist für das Kreditgespräch praktisch Pflicht. Ohne ihn bleibt die Kreditwürdigkeitsprüfung im Ungefähren.

Wie Sie einen vollständigen Businessplan strukturieren und welche Unterlagen Banken im Detail verlangen, lesen Sie im separaten Artikel zu Businessplan und Finanzierungsoptionen für Padelhallen.


Fazit

Die Kosten für eine Padelhalle sind real und erheblich — €930.000 bis €1,9 Millionen, realistischer Mittelpunkt €1,21,5 Millionen. Wer diese Zahlen kennt und versteht, wo die Hebel sitzen, kann daraus ein belastbares Investitionsmodell bauen. Wer mit Schätzungen aus zweiter Hand ins Bankgespräch geht, verliert Zeit und Glaubwürdigkeit.

Richtig aufgesetzt, stimmt die Wirtschaftlichkeit: Bei konservativen Annahmen und solider Betriebsführung ist die Amortisation in 35 Jahren realistisch. Der deutsche Padel-Markt wächst weiter — aber mit wachsendem Angebot steigen auch die Erwartungen der Spieler und die Anforderungen an Konzept, Lage und Service.

Nächster Schritt: Nutzen Sie den Padelnomics Financial Planner, um Ihre spezifische Konstellation durchzurechnen — mit Ihrem Standort, Ihrer Finanzierungsstruktur und Ihren Preisannahmen. Die Zahlen in diesem Artikel sind Ihr Ausgangspunkt — Ihre Halle verdient eine Kalkulation, die auf Ihren tatsächlichen Rahmenbedingungen aufbaut.