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Was deutsche Banken wirklich im Padel-Businessplan sehen wollen padel-business-plan-bank de /de/blog/padel-business-plan-bank Kapitaldienstdeckungsgrad 1,21,5x, KfW-Förderprogramme, Covenant-Compliance: Was Banken und die KfW in einem Padel-Businessplan erwarten. C3

Was deutsche Banken wirklich im Padel-Businessplan sehen wollen

Die meisten abgelehnten Finanzierungsanfragen für Padelhallen scheitern nicht daran, dass das Projekt schlecht ist. Sie scheitern daran, dass der Businessplan Fragen offen lässt, die jeder Firmenkundenbetreuer stellt — und die sich mit ein bisschen Vorbereitung alle beantworten lassen. Wer mit einer Volksbank, Sparkasse oder Hausbank ins Erstgespräch geht, muss wissen, was auf der anderen Seite des Tisches erwartet wird. Dieser Artikel erklärt es.


Was Banken wirklich wollen: Der Kapitaldienstdeckungsgrad

Bevor es um Gliederungspunkte geht, ein kurzer Ausflug in die Kreditperspektive: Banken vergeben keine Förderkredite aus Wohlwollen. Sie kalkulieren Ausfallrisiken. Das zentrale Instrument dabei ist der Kapitaldienstdeckungsgrad (KDDB) — im internationalen Kontext als DSCR (Debt Service Coverage Ratio) bekannt.

Die Formel ist einfach: Wie viel Cashflow steht nach Kosten zur Verfügung, um Zins und Tilgung zu bedienen?

KDDB = operativer Cashflow ÷ jährlicher Kapitaldienst (Zins + Tilgung)

Der Standard im deutschen Mittelstandskreditgeschäft: 1,2 bis 1,5x. Das bedeutet: Für jeden Euro Kapitaldienst muss das Projekt 1,20 bis 1,50 Euro Cashflow erwirtschaften. Liegt der Wert unter 1,2 — entweder weil die Projektionen zu knapp kalkuliert sind oder weil zu wenig Eigenkapital eingebracht wird — ist die Absage in der Regel programmiert, es sei denn, es wird mehr Eigenkapital nachgeschossen.

Was das für den Businessplan bedeutet: Die Rentabilitätsvorschau und die Liquiditätsplanung müssen so aufgebaut sein, dass der Betreuer den KDDB auf einem Blick nachrechnen kann. Wer das nicht transparent macht, zwingt den Betreuer, selbst zu rechnen — und er rechnet dann konservativer als Sie.

Hinzu kommt die Eigenkapitalquote: Banken erwarten in aller Regel eine Eigenbeteiligung von mindestens 20 bis 30 Prozent der Gesamtinvestition. KfW-Förderprogramme können einen Teil des Eigenkapitals ersetzen (dazu unten mehr), aber sie ersetzen es nie vollständig. Wer mit 10 Prozent Eigenkapital an den Tisch kommt, wird selten Erfolg haben.


Die vollständige Gliederung eines Padel-Businessplans

Banken arbeiten mit einer klaren inneren Checkliste. Wer den Businessplan so aufbaut, dass jeder Punkt abgehakt werden kann, erleichtert die Kreditentscheidung erheblich. Hier die vollständige Gliederung für ein Padelhallen-Projekt nach dem KfW-Gründerkredit-Standard:

1. Gründer- und Managementprofil

Wer sind Sie, und warum sind Sie die richtige Person für dieses Projekt? Banken finanzieren Menschen, nicht nur Konzepte. Relevante Erfahrung aus dem Sport-, Gastronomie- oder Facility-Management-Bereich stärkt die Glaubwürdigkeit erheblich. Lücken im Managementteam — etwa wenn niemand kaufmännische Erfahrung mitbringt — sind rote Flaggen, die adressiert werden müssen, zum Beispiel durch einen erfahrenen Steuerberater als externer Berater oder einen Co-Gründer mit entsprechendem Hintergrund.

2. Vorhabensbeschreibung

Konkret und spezifisch: Wo genau entsteht die Halle? Wie viele Courts (Indoor, Outdoor, oder beides)? Was ist das geplante Eröffnungsdatum? Was ist die Zielgruppe — Breitensport, Mitglieder, Turnierbetrieb? Vage Beschreibungen ("eine moderne Padel-Anlage im Großraum München") signalisieren, dass die Planung noch nicht ausgereift ist.

3. Marktanalyse

Hier scheitern überraschend viele Businesspläne — nicht weil die Analyse fehlt, sondern weil sie zu generisch ist. "Padel ist der am schnellsten wachsende Sport Europas" interessiert einen Kreditbetreuer herzlich wenig. Was ihn interessiert: Welche Padelhallen gibt es im Einzugsgebiet (15-Minuten-Fahrzeit)? Wie sind deren Auslastungsgrade? Gibt es ungedeckte Nachfrage? Die Marktanalyse muss lokal und konkret sein.

4. Leistungsangebot

Was genau verkaufen Sie, und zu welchen Preisen? Court-Vermietung (Preismodell: Stoßzeiten vs. Off-Peak, Einzelstunde vs. Abo), Coaching-Programme, Food & Beverage, Merchandise. Für jeden Umsatzstrom muss die Preisgestaltung und die Umsatzerwartung plausibel hergeleitet werden.

5. Marketingkonzept

Wie füllen Sie die Courts? Ein plausibles Pre-Opening-Konzept (Vorverkauf, Gründungsrabatte, lokale Kooperationen) und ein laufendes Marketingbudget sind Pflicht. Banken wissen, dass Auslastung nicht von selbst kommt — wer keinen Vermarktungsplan hat, wird die Projektionen nicht erreichen.

6. Betriebskonzept

Stellenplan (wie viele Vollzeitstellen, welche Funktionen), Öffnungszeiten, Buchungssystem, Wartungsplan. Der Personalkostenblock ist oft der größte laufende Kostenblock — er muss plausibel und vollständig sein.

7. Investitionsplan (CAPEX)

Banken erwarten keine Schätzungen, sondern Positionen: Rohbau, Hallenstruktur, Court-Belag, Beleuchtung (LED-Standard für Padel ist energie- und kostenintensiv), Buchungssystem, Einrichtung Umkleiden und Lounge, Baunebenkosten, Notarkosten, Maklerkosten. Idealerweise belegt durch Angebote. "Baukosten gesamt: 600.000 Euro" ohne Aufschlüsselung ist kein Investitionsplan.

8. Mittelverwendungsplan

Wo fließt jeder Euro des Kredits hin? Dieser Plan schlägt die Brücke zwischen Investitionsplan und Finanzierungsplan. Er muss auf einzelne CAPEX-Positionen verweisen.

9. Finanzierungsplan

Wie ist die Finanzierung strukturiert? Eigenkapital (Betrag, Quelle), Förderkredite (KfW, Landesbank), Bankdarlehen, Gesellschafterdarlehen. Und: Welche KfW-Programme wurden geprüft? Wer KfW hier nicht erwähnt, signalisiert mangelnde Vorbereitung.

10. Rentabilitätsvorschau (GuV-Planung)

Fünf-Jahres-Projektion mit monatlicher Auflösung für Jahr 1. Umsatzannahmen müssen explizit hergeleitet sein: Anzahl Courts × Buchungsstunden × Auslastungsgrad × Preis. Separat für jeden Umsatzstrom. Kostenblöcke müssen vollständig sein (Miete, Personal, Energie, Versicherungen, Marketing, Instandhaltungsrücklage, Abschreibungen, Zinsen, Tilgung).

11. Liquiditätsplanung (Cashflow)

Monatsgenaue Cashflow-Planung für Jahr 1, quartalsweise für Jahr 23. Besonderes Augenmerk auf die Vorbereitungsphase: Wann laufen Mietverbindlichkeiten auf? Wann beginnt der Umsatz? Das Liquiditätsminimum vor Eröffnung ist oft das Risiko, das Banken am meisten beschäftigt.

12. Risikoanalyse

Drei Szenarien mindestens: Basisfall, konservativer Fall (1015% geringere Auslastung, 10% höhere Baukosten), Worst Case. Was sind die Risikotreiber, und was sind die Gegenmaßnahmen? Ein Plan ohne Risikoanalyse wirkt naiv — und lässt Banken selbst die schlimmsten Szenarien durchrechnen.

13. Eröffnungsbilanz

Die Bilanz am ersten Betriebstag: Aktiva (Anlagevermögen nach CAPEX, Anfangsliquidität) versus Passiva (Eigenkapital, Darlehensverbindlichkeiten). Sie zeigt, ob die Finanzierungsstruktur rechnerisch aufgeht.


KfW-Förderprogramme für Padelhallen

Die KfW bietet mehrere Programme, die für Padelhallen-Projekte relevant sein können. Wichtig: KfW-Kredite werden nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern über die Hausbank. Die Hausbank leitet den Antrag weiter und trägt einen Teil des Ausfallrisikos mit — was erklärt, warum sie ein starkes Eigeninteresse an der Qualität des Businessplans hat.

KfW Unternehmerkredit (037/047) Das klassische Investitionsprogramm für etablierte Unternehmen. Finanzierungsvolumen bis 25 Millionen Euro, bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Besonders geeignet, wenn ein bestehendes Unternehmen (z.B. ein bestehender Sportbetrieb) die Padelhalle als neue Einheit aufbaut.

ERP-Kapital für Gründung (058) Bis zu 500.000 Euro nachrangiges Kapital für Unternehmensgründungen. Das Besondere: Es wird bilanziell wie Eigenkapital behandelt und verbessert so die Eigenkapitalquote für weitere Bankfinanzierungen. Für Neugründungen besonders attraktiv.

KfW-Gründerkredit StartGeld (067) Bis 125.000 Euro für Kleinstgründungen. Für den Bau einer vollwertigen Padelhalle meist zu klein, aber relevant für die frühe Planungsphase oder als ergänzende Finanzierung für Gründer ohne größere Eigenmittel.

Landesspezifische Programme Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme, die KfW-Mittel ergänzen können:

  • NRW: NRW.BANK mit eigenen Gründungs- und Investitionsprogrammen
  • Bayern: Bayern Kapital und LfA Förderbank Bayern
  • Berlin: Investitionsbank Berlin (IBB)
  • Weitere: L-Bank (BW), IFB Hamburg, SAB (Sachsen), etc.

Diese Programme werden in zu vielen Businessplänen schlicht ignoriert — obwohl ihre Kombination mit KfW-Mitteln die Eigenkapitalanforderungen erheblich reduzieren kann.


Die fünf häufigsten Fehler im Padel-Businessplan

1. Generische Marktanalyse statt lokalem Wettbewerbsbild

"Der Padel-Markt wächst in Europa um X Prozent pro Jahr" ist kein Argument für eine Finanzierung in Augsburg. Was zählt: Wie viele Courts gibt es im Einzugsgebiet? Welche Auslastung haben sie? Gibt es eine Nachfragelücke — oder ist der Markt schon versorgt?

2. Unplausible Auslastungsannahmen

70 oder 80 Prozent Auslastung ab dem ersten Betriebsmonat — das sieht man in Businessplänen regelmäßig. Kreditbetreuer sehen es auch regelmäßig, und sie disqualifizieren es sofort. Realistisch ist ein Hochlauf: Jahr 1 mit 4050 Prozent, Jahr 2 mit 5565 Prozent, Vollbetrieb ab Jahr 3. Wer niedrige Anfangsauslastung plant, beweist, dass er das operative Risiko versteht.

3. Keine Sensitivitätsanalyse

Was passiert, wenn die Auslastung 10 Prozentpunkte unter Plan liegt? Wenn die Baukosten 20 Prozent überziehen? Wenn ein Court-Belag nach zwei Jahren ausgetauscht werden muss? Diese Fragen werden im Bankgespräch gestellt. Wer die Antwort nicht vorbereitet hat, improvisiert — und das ist selten überzeugend.

4. Unvollständiger CAPEX

Häufig unterschätzt: Nebenkosten des Baus (Architektenhonorar, Baunebenkosten, Baugenehmigungsgebühren), Working Capital für die Anlaufphase (36 Monate Betriebskosten als Puffer), Kosten der Betriebsaufnahme (Marketing, Erstausstattung, Versicherungen vor Eröffnung), Unvorhergesehenes (Bankstandard: 10 Prozent Contingency auf den Rohbau). Wer diese Positionen vergisst, finanziert sich zu knapp — und die Bank bemerkt es.

5. KfW nicht adressiert

Ein Businessplan ohne Auseinandersetzung mit den verfügbaren Förderprogrammen signalisiert: Entweder hat der Gründer die Hausaufgaben nicht gemacht, oder er hat nachgerechnet und es lohnt sich nicht (was dann erklärungsbedürftig ist). Beides ist keine gute Ausgangsposition.


Persönliche Bürgschaft: Was das wirklich bedeutet

Wer eine Padelhalle als Einzelstandort finanziert, wird eine persönliche Bürgschaft unterzeichnen. Das ist keine Formalie. Es bedeutet: Scheitert das Projekt, haftet der Gründer mit seinem Privatvermögen — Ersparnisse, Immobilien, Rentenansprüche je nach Struktur.

In Businessplänen wird dieser Punkt häufig weggelassen oder in einem Satz abgehandelt. Das ist ein Fehler — nicht weil die Bank den Hinweis braucht (sie weiß es), sondern weil Sie als Gründer die Konsequenz durchdrungen haben sollten, bevor Sie unterschreiben.

Fragen, die Sie sich vor der Bürgschaftsübernahme stellen sollten:

  • Wie hoch ist mein persönliches Nettovermögen, das ich im Notfall einsetzen kann?
  • Gibt es Vermögenswerte, die ich herauslösen kann (z.B. durch Schenkung an Ehepartner vor Gründung — hier unbedingt Rechtsberatung einholen, da Anfechtungsrisiken bestehen)?
  • Wie viele Monate Verlustbetrieb kann ich aus eigenen Mitteln abfedern?

Wer diese Fragen beantwortet hat, hat das Projekt ernst genommen.


Wie Padelnomics hilft

Ein bankfähiger Businessplan steht und fällt mit der Qualität der Finanzdaten im Hintergrund. Padelnomics generiert aus Ihrem Finanzmodell eine vollständige Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplanung und Sensitivitätsanalyse — formatiert nach dem Standard, den deutsche Hausbanken und KfW-Bearbeiter erwarten. Kein generisches Excel-Template, sondern Zahlen, die zu Ihrer spezifischen Anlage passen: Anzahl Courts, Standortmiete, geplante Eröffnung, lokale Marktdaten.

Der Businessplan-Export enthält alle 13 Gliederungsabschnitte mit automatisch befüllten Finanztabellen, einer KDDB-Berechnung für alle drei Szenarien und einer Übersicht der relevanten KfW-Programme für Ihr Bundesland.

[→ Businessplan erstellen]